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Ich hasse große Festivals. Eigentlich sollte ich das mittlerweile wissen, aber ich falle doch immer wieder darauf rein… Und bei diesem Line-Up konnte ich einfach nicht nein sagen, da wäre ich wahrscheinlich sogar ohne Kaizers hingefahren. Was dann allerdings bedeutet hätte, daß ein Highlight des Festivals weggefallen wäre und ich es wahrscheinlich durch und durch doof gefunden hätte – so war es nur “insgesamt” doof, aber mit ein paar tollen Konzerten, nämlich denen von Kaizers (natürlich *g*), Wir sind Helden, Art Brut und Fettes Brot.

Am besten komme ich gleich zum Kaizerskonzert, die Meckerei über das Festival spare ich mir lieber für später, sonst wird das so negativ. =;-)

Sie hatten nur 40 Minuten – also eigentlich viel zu wenig Zeit für ein gutes Konzert. Aber gar kein Problem, sie haben es geschafft, ein vollständiges, perfektes Konzert so zusammenzustauchen, daß es in die Zeit gepaßt hat. Quasi ein Kaizerskonzert auf Speed, oder so. *gg*

Die Setlist war sehr festivaltypisch – und sehr kurz: Ompa til du dør, Bøn fra helvete, Hevnervals, Container, Mann mot mann, Sigøynerblod, Kontroll på kontinentet, Maestro. Mich hat es mal wieder wahnsinnig beeindruckt, wie sie es innerhalb von zwei Liedern geschafft haben, das Publikum von einer “was zum Kuckuck ist das denn”-Haltung zur kompletten Euphorie zu bekommen. Am Anfang standen alle rum und guckten, und spätestens bei Hevnervals hüpften und schrieen alle. Wobei es von der Bühne offenbar anders aussah, so als wäre die Stimmung von Anfang an bestens gewesen – also, zumindest um mich rum war’s am Anfang schon ruhiger, aber eben nur für zwei Lieder. Echt Wahnsinn, ich bin immer wieder begeistert, wie schnell sie das Publikum mitreißen!

Viel Besonderes gibt es eigentlich nicht zu berichten – dafür war die Zeit zu kurz. Aber alle typischen Elemente einer Kaizers-Show waren da, sehr komprimiert natürlich, aber da fehlte echt nichts! Der Jackal animierte das Publikum zum mitsingen, immer wieder kam das “Say yeah! Say hell yeah! Say hallelujah!” – was vom Publikum natürlich begeistert befolgt wurde. Und nachdem er das ein paar Mal mit uns geübt hatte, klappte es natürlich auch problemlos, als der Jackal uns aufforderte: “Say what? And then you say what? And finally?” *rofl* Schon am Ende von Hevnervals wagte sich der Jackal von der Bühne runter und sprang ins Publikum. Und im Gegensatz zum Art Brut-Sänger, der nach seinem Ausflug leicht verzweifelt die Bühnenkante betrachtete und dann den Hinteraufgang nahm, schaffte der Jackal es auch wieder elegant nach oben. *g*
Wie schon gesagt, alles, was man so kennt, war dabei. Ob es nun das Hemd-Hochziehen bei Container war, das “say hallelujah!” (mit erstauntem: “Now THAT is an audience!” danach *g*), das “But YOU can call me Kaizer! Say my name! – I said SAY it, not scream it. Say my name! Now scream it! Now MEAN it! And now love it…”, das durch Hellraizers Beine krabbeln bei Kontroll på kontinentet, oder das Applaus einfangen und damit spielen ganz am Schluß – nichts fehlte. Wahnsinn.

Das heißt, doch. *g* Das “Schneller, Minken” bei Sigøynerblod fiel diesmal aus, und sie spielten gleich weiter. Nachdem es am Anfang ein bißchen dauerte, bis auch wirklich alle ihre Hände oben hatten. Also, vor der Bühne ging das sehr schnell. Weiter hinten nach kurzer Aufforderung auch. Nur die Leute seitlich von der Bühne auf der Wiese brauchten eine Extra-Einladung. *gg*
Aber sie befolgten die Anweisungen brav, und wurden ein Lied später dann auch dafür belohnt, als Killmaster einen kleinen Ausflug ins Publikum machte und die Stimmung auf der Wiese inspizierte. *lol*

Lustig fand ich es auch noch, als der Jackal ankündigte, daß sie ja einen großen Hit in Europa hätten (nämlich Kontroll på kontinentet), und Elvis just in diesem Moment (bestimmt rein zufällig *lol*) an der Bühnenseite einen kleinen Lachkrampf bekam. =;-) Aber der wirklich große Hit kam ja dann auch erst später mit Maestro.

Ach ja, erwähnenswert wären vielleicht noch die Tonnen… Die waren nämlich mal originell. Die von Killmaster war grau und rostig und “klapprig”, er traute sich auch nur einmal kurz hoch, sie schien nicht so wirklich stabil zu sein. Die von Hellraizer schon eher – dafür war die auch in Regenbogenfarben lackiert. *rofl* Wie war das, Kaizers auf Speed?

Nun ja, auf jeden Fall haben sich die 32 Stunden Anreise für Kaizers mehr als gelohnt. Fand ich zumindest. *g* Ich hatte vorher schwer Bedenken, daß ich das Konzert doof finden würde, einfach, weil ich das Festival schon vor Beginn so gehaßt habe, aber kein Grund zur Sorge – Kaizers haben das alles absolut rausgerissen und ein zwar viel zu kurzes, aber dafür richtig tolles Konzert hingelegt. Besten Dank dafür!

Danach war für mich dann erstmal ein bißchen Leerlauf, dann spielten Kettcar (die ich diesmal gar nicht so langweilig fand wie sonst immer, yeah!) und die Eagles of Death Metal (die nicht wirklich gut drauf waren und auf Leihgitarren gespielt haben – vielleicht erkennt ja jemand die Gitarre auf den Fotos *gg* – aber trotzdem Spaß gemacht haben). Less than Jake zünden bei mir irgendwie nicht, obwohl es eigentlich genau meine Musik ist, aber die Helden waren toll wie immer. Wobei ich es einfach erschreckend finde, eine Band, die ich noch vor drei Jahren als Vorband von Readymade (kennt die überhaupt noch wer?) vor 30 Leuten gesehen habe, jetzt auf einem Festival spielen zu sehen, wo ich nicht näher als 200 Meter an die Bühne rankomme, weil einfach viel zu viele Menschen da sind. Natürlich freut es mich für die Helden, und sie haben es absolut verdient, aber es macht doch einfach keinen Spaß – egal, wie toll das Konzert war… =:-( Morrissey und Muse haben mich dann weniger beeindruckt als erwartet, war aber schon nicht übel.

Am nächsten Tag dann ein extrem gehetztes Tomte-Konzert (im Gegensatz zu Kaizers haben die es diesmal leider nicht geschafft, ein komplettes Konzert in die Hälfte der Zeit zu packen), ein paar Minuten Arctic Monkeys (was mir aber überhaupt nicht gefallen hat, und nun ja – da haben wir also eine Band, auf die Belas “Gitarren runter!” bestens zutrifft *gg*) und danach mein zweites Highlight des Festivals, nämlich Art Brut. Waaah, die sind so toll – top of the pops eben! =:-) Fettes Brot spielten dann einen Hit nach dem anderen und machten auch richtig Spaß, Prodigy waren furchtbar (aber ich mußte sie leider ertragen, während ich auf Tomte-Autogramme gewartet hab – und wenn ich jetzt noch rauskriegen würde, was der Schlagzeuger mir da auf die Jacke gemalt hat?!?), und Franz Ferdinand okay, aber die haben mich auch nicht umgehauen.

Kurz gesagt: große Festivals sind doof. Die Konzerte, die mich umgehauen haben, waren die kleinen, wo eher weniger Leute da waren und die sonst kaum jemanden interessiert haben. Bei den großen Konzerten auf der Hauptbühne haben mich die anderen Besucher einfach zu sehr genervt, man kam nirgendwo durch, man hat nichts gesehen, und es machte einfach keinen Spaß. Sicher, jeder sieht das anders, aber ich sollte langsam mal einsehen, daß ich auf Clubkonzerten viel viel mehr Spaß habe als auf Festivals – auch wenn ich auf Festivals fünf Bands zum Preis von einer kriege, aber egal, was bringt es, wenn man nur mies gelaunt ist.
Hätte ich statt des Festivals ein “echtes” Kaizerskonzert und ein echtes Art Brut-Konzert gesehen, wäre ich genauso begeistert gewesen – aber auch so hat es sich gelohnt, auch wenn das drumherum stressig war.

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17.8.2006: Salzburg, Frequency Festival