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Nachdem ich morgens erst heimgekommen war und dementsprechend den ganzen Tag verpennt hatte, ging es gegen Abend los zum Kaizerskonzert in Karlsruhe. Wohoo! So nah hatten die sich noch nie rangetraut! Gerade mal vierzig Minuten Anfahrt (plus Stau, versteht sich). Und dazu noch ein sehr schönes Gelände zum draußen sitzen. Das Konzert fand dann in einem Zelt statt, wo allerdings ein Teil abgehängt war – ausverkauft war es also lange nicht. Aber ich hatte ehrlich gesagt mit weniger Zuschauern gerechnet, daher war ich doch recht erfreut über den großen Zuspruch.

Das Publikum schätzte ich allerdings als eher wenig enthusiastisch ein – eher Leute, die halt immer zum Zeltival gehen und der Meinung waren, dass sich die Beschreibung von Kaizers doch “interessant liest”. Und: Ich hatte Recht. Es war genau wie erwartet – die Leute hörten sich brav und bewegungslos an, was Kaizers da ablieferten. Und nach jedem Liedende wurde gehorsam geklatscht.

Jedenfalls zu Beginn! Dann setzte aber ziemlich schnell der typische Kaizers-Effekt ein, und das Publikum taute mehr und mehr auf. Und als Kaizers in der Setliste dann bei den Gypsy-Nummern angekommen waren, gab es kein Halten mehr. Dazu kam noch, dass der Applaus im Zelt noch deutlich lauter wirkte, als er es wohl draußen getan hätte. Und somit wurde die Stimmung immer und immer besser, und am Ende ließen Kaizers sich nicht lange um Zugaben bitten. =:-)

Die Setlist war völlig verschieden von der in der Schweiz – viel weniger festivaltypisch. Aber klar, schließlich war das ja auch ein “echtes” Kaizerskonzert. Die Liste: KGB, Knekker deg til sist, 9mm, Katastrofen, Apokalyps meg, 170, Volvo i Mexico, Sorti, Veterans klage, Ompa til du dør, Bøn fra helvete, Delikatessen, Bak et halleluja, Resistansen, Maestro. Erste Zugabe Enden av november und Kontroll på kontinentet, zweite Zugabe Sigøynerblod und Kvite Russer.

Zu berichten gibt es vom Konzert eigentlich nicht viel – da, wie schon geschrieben, das Publikum am Anfang doch sehr verhalten war, gab es kaum Publikumsinteraktion, sondern Kaizers spielten ihr Set straff durch. Was ich allerdings zum ersten Mal gesehen habe (was aufgrund des Wetters aber nicht weiter verwunderlich war), war, dass Kaizers gleich zu Beginn ohne Sackos und mit hochgekrempelten Hemdsärmeln auf die Bühne kamen. Sowas von leger… =;-)

Und je länger das Konzert dauerte, desto gesprächiger wurde der Jackal. Z.B. freute er sich plötzlich über das Lächeln eines Mannes im Publikum – und wir sollen doch bitte alle lächeln, denn dann spielen sie viel besser. Und gestern in der Schweiz, die hätten ja nicht gelächelt… “But we played very well anyway! We are professionals!”

Als Omen dann nach der Zugabenpause alleine auf die Bühne zurückkam, um Enden av november zu beginnen, rief ihm jemand aus dem Publikum zu: “Smile!” Was Omen mit einem entsetzen Blick ins Publikum und heftigem Kopfschütteln quittierte. *lol* Aber GANZ zu Ende lächelte er dann doch noch. Was allerdings eher gruselig war… =;-)

Bei Sigøynerblod wurden die Gitarristen auf die Tonnen beordert. “Wie Elefanten im Zirkus!” – so der Jackal. Und genau wie die Elefanten im Zirkus mussten die beiden dann auch vorführen, dass sie auf einem Bein stehen können…

Und dann war’s eigentlich vorbei… aber es war klar, dass das Publikum Kaizers nicht so einfach gehen lassen würde. Also zogen sich alle sechs zur Bandbesprechung in die Mitte der Bühne zurück – und kamen zu dem Schluss, dass sie noch Min kvite russer spielen würden. =:-) Und da konnte man dann endgültig merken, dass das Publikum mittlerweile jegliche Zurückhaltung abgelegt hatte. Es klappte nämlich perfekt, und Kaizers gingen offensichtlich begeistert von der Bühne.

Hach, schön war’s wieder! =:-) Und ich bin jetzt echt auf die Festivals gespannt und hoffe, dass Kaizers dort genauso abgefeiert werden.

Kommentare

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Hallöchen!
Ich wollte dir nur mal ein Kompliment aussprechen; les deine Berichte immer sehr gespannt und erfreut durch und ich finde dieser trifft es echt auf den Punkt! :) Wir hatten anfangs auch Angst, dass es "langweilig" werden könnte, war aber dann ja nicht so...
Helges Grinsen war mehr als nur gruselig, ich würd eher sagen furchteinfloßend! ;)
Hab mal eine Frage ... hat eigentlich jemand gesehen, dass Janoves Hose ein bischen kaputt war? *wenn nicht, dann vergesst es wieder, ich wollte nicht petzen!* :D
Naja, ich verstricke mich in Gedanken, dabei wollt ich nur eins sagen: Danke für den tollen Bericht!
Lisa (30.07.08)



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27.7.2008: Karlsruhe, Zeltival