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Was macht man, wenn man gerade aus einem dreiwöchigen USA-Urlaub zurückgekommen ist? Genau, man verbringt zwei Tage damit, Kaizers-Texte zu übersetzen, Kaizernews zu sammeln und alles online zu bringen, und fliegt dann direkt danach für insgesamt zwölf Stunden nach Norwegen zur Releaseparty. Völlig normales Konzertjunkie-Verhalten. Sollte dieser Bericht also ein wenig übernächtigt klingen – nun ja, das könnte an Jetlag + durchgemachter Nacht liegen. Eventuell. =;-)

Anyway. Langes Rätselraten darum, wo das Konzert denn nun stattfinden würde – aber am Ende fand dann doch jeder mit Ticket oder Gästelistenplatz den Weg. Es reichte trotz akutem Zeitmangel sogar noch für ein schnelles Vorspiel – kleiner Tipp am Rande: Kaizerwodka-Shots immer so timen, dass sie kollektiv zur Zeile “Aldri drikk vodka, Violeta!” heruntergekippt werden. =;-) Dann ging’s los zum Månefisken! Nie davon gehört, aber der erste Eindruck war positiv: nicht zu groß, dennoch ein echter Konzertraum mit Bühne. Die Bühne war relativ niedrig und eher in eine Ecke gedrängt, sodass sie nicht allzu gut einsehbar war; aber der Saal war nicht überfüllt, sodass man problemlos ein Plätzchen mit freier Sicht finden konnte. Nur zum Fotografieren war’s leider zu dunkel …

Los ging es nach einer kurzen Anmoderation vom Label-Chef mit dem Jackal allein am Klavier. Er wollte uns durch den Entstehungsprozess der Kaizer-Lieder führen. Erster Schritt: Bei ihm daheim in der Küche am Klavier, mit Kaffee und Tee, und mit Tusen dråper regn! Die Stimmung war von Beginn an top, das Publikum sang lauthals mit, und der Jackal war begeistert: “400 Leute bei mir in der Küche, super Simmung!”

Nach diesem Eröffnungslied holte der Jackal den Mann mit den “magischen Händen” auf die Bühne, dessen Hände seiner Aussage nach zu den schönsten Männerhänden in Hordaland gewählt wurden: Omen! Der nächste Schritt im Entstehen eines Kaizersongs … der Jackal gibt ihn in die Hände des Pianisten. Und in dieser Version bekamen wir nun Hjerteknuser zu hören. Also, nicht nur zu hören, auch zu singen. =;-)

Als nächstes war das “neueste Bandmitglied” an der Reihe, und gleichzeitig das älteste: Thunder. Er ist zwar schon ewig dabei, aber selbst wenn Kaizers mit 100 noch auf der Bühne stehen, wird er immer “der Neue” sein. Und schon 102. *g* Auf jeden Fall gab es eine Premiere, denn bei “Din kjole lukte bensin, mor” war diesmal nicht Hellraizer die Duettpartnerin, sondern Thunder. Während die ersten beiden Lieder in Pianoversionen nicht wirklich überraschend waren, da man sie ja so schon mal gehört hatte, war das hier wirklich etwas Neues. Man hat es aber doch so sehr drin, wann man wie klatschen muss – und plötzlich passt das gar nicht mehr richtig! Aber auch in der Version kam das Lied super an, und das Publikum sang lauthals mit.

Dann war es Zeit für den Rest der Band! Während Hellraizer, auf der Bühne angekommen, erst mal feststellte: “Oh, ich habe meine Gitarre vergessen!”, überbrückte der Jackal die Zeit damit, uns zu erklären, dass sie ja eine extremst rhythmusbetonte Band sind. Und genau deshalb haben sie auch einen Schlagzeuger dabei – okay, der sei nicht so wirklich gut mit Rhythmus, aber er tue sein Bestes!

Es folgte Philemon Arthur and the Dung, wo der Jackal eigentlich gar nicht mehr selbst singen musste. Das Publikum war geladen und wartete gespannt auf die neuen Lieder – so gespannt, dass keiner etwas verpassen wollte. “Gebt’s doch zu, ihr müsst alle aufs Klo, traut euch aber nicht zu gehen, denn genau dann kommt doch DAS Lied!” DAS Lied war Drøm videre, Violeta. Und obwohl man bei so vielen Hardcore-Fans im Publikum fast befürchten müsste, dass der große Hit eher müde belächelt wird, war auch hier die Stimmung bombig und der Chor ohrenbetäubend. Man sieht, ich überschlage mich in Superlativen, aber es war halt echt auffällig, dass diesmal wirklich jeder in der Halle alle Lieder in- und auswendig kannte, und das macht natürlich einen Unterschied. Das muss nicht unbedingt zum Positiven sein – denn je mehr Die-Hard-Fans, desto kritischer ist das Publikum natürlich auch. In diesem Fall gab’s aber wirklich kaum etwas zu meckern, und trotz aller Anspannung und ungewohnter Situation und so weiter führte der Jackal unterhaltsam durchs Programm.

Jetzt kamen dann auch endlich die Lieder von Vol. III an die Reihe: “Fangen wir ruhig an, damit diejenigen, die das nicht aushalten, nach hinten gehen können.” Los ging’s mit Aldri vodka, Violeta – und ich muss gestehen, mir fällt da jetzt gar nichts mehr dazu ein, wie die Live-Umsetzung war. Das bedeutet vermutlich, dass sie ziemlich 1:1 zur Albumversion war und daher keine großen Überraschungen beinhaltete. Ich liebe das Lied heiß und innig, fand es auch live toll, und nach dem – wieder mal – sehr lauten Publikumsgesang behauptete der Jackal am Ende, dass das der rührendste Augenblick für ihn auf der Bühne gewesen wäre, er habe Tränen in den Augen. Na ja, ich würde ja behaupten, dass die Augenblicke, wo er auf der Bühne Rotz und Wasser geheult hat, doch noch ein wenig rührender waren, aber wundervoll war’s auf jeden Fall!

Als zweites Lied von Vol. III kam Siste dans, was live super funktioniert (auch wenn ich mich schwertat, am Ende “La la la” mitzusingen statt “It’s a hard knock life” *hüstel*) und zuletzt Janoves persönlicher Favorit Forlover. Das Lied hat den Durchbruch bei mir noch nicht so ganz geschafft, und auch live hat es mir nicht mehr gegeben als auf Platte. Der Mittelteil, der eigentlich vom Orchester gespielt wird, wurde von der Band übernommen – zuerst Killmaster am zweistimmigen Gitarrensolo (leicht überfordert, aber es ist ja noch Zeit zum Üben *g*), dann Thunder mit einem Basssolo und zuletzt Omen und der Jackal vierhändig am Klavier. Das war durchaus eindrucksvoll!

Und damit war das Konzert auch schon vorbei … also, es sei denn, wir wollen noch Zugaben? Das wollten wir NATÜRLICH, und wir bekamen sie auch – zuerst KGB, dann Støv og Sand (denn eine ungeschriebene Regel des Rock besagt, dass jedes Konzert ein bisschen Blues enthalten muss) und dann zum Abschluss das Lied, mit dem sie bekannt geworden sind, nämlich Ompa til du dør. Und da dann auch, nach all dem Lob und der Begeisterung, ein bisschen Kritik: Äh, hallo? Releasekonzert? Ich hatte das Album noch nicht gehört, und ich hatte doch darauf gehofft, zumindest EIN komplett neues Stück zu hören zu kriegen, und nicht die “alten Kamellen” als Zugabe?

Wobei ich das ja komplett verstehen kann – die neuen Stücke sind ja allesamt furchtbar komplex, und die kann man nicht mal nebenbei in zwei Tagen einüben. Aber Kaizers hätten eventuell den ersten Teil ausbauen können, sodass der Jackal zwei Stücke solo gespielt hätte, zwei mit Omen, zwei mit Thunder – wäre vermutlich weniger Probenarbeit gewesen, und wir hätten mehr Neues zu hören gekriegt. Andererseits war der Abschluss so, mit den altbekannten Hits, natürlich auch perfekt. Hach, schwierig …

Insgesamt also ein tolles, wenn auch kurzes Konzert. Aber es war ja auch kein Konzert, sondern “nur” eine Releaseparty. Und das doch sehr einzigartige Publikum hat das dicke wieder wettgemacht!

Danach gab’s dann noch ein großes Hallo und nette Gespräche mit anderen Fans, das ein oder andere alkoholische Getränk, eine Nachtwanderung durch Oslo und ein bisschen Nachspiel, bis ich mich dann morgens um halb fünf wieder Richtung Flughafen aufmachen musste … Die ganze Sache war ein doch eher kurzes Vergnügen, dafür aber ein riesiges! DANKE in alle Richtungen (Ihr wisst wer Ihr seid), das war super! =:-)

Kommentare

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Tönt ja wirklich toll, da steigt die Vorfreude auf die Tour gewaltig! ;) Kommst du auch in die Schweiz?

Janic (04.11.12)



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